Hajk Oktober 2012

Nordwärts, nordwärts woll'n wir ziehen...

Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes, als sich 4 Jungpfadfinder und 2 Mitarbeiter am 12. Oktober 2012 um 16:30 am Gemeindehaus trafen, um in ein Übernachtungswochenende zu starten: Regen und Tiefsttemperaturen von 4 °C. Als erstes mussten noch die Lebensmittel, Zeltbahnen und Schaffelle auf die schon recht vollen Rucksäcke verteilt werden, bevor wir, verteilt auf zwei Autos, zur Wernershöhe (südlich von Hildesheim) aufbrachen. Bei der Abfahrt fing es auch wie angekündigt an zu regnen, was sich aber nicht negativ auf unsere Stimmung auswirkte.

Die Autofahrt entwickelte sich auch zu einem Wettstreit zwischen Mensch und Maschine: Ein Kartenlesender Pfadfinder gegen ein Navigationsgerät. Die erste Runde ging eindeutig ans Navigationsgerät, da die Kartengruppe an der Beschilderung in Hildesheim verzweifelte, was mehrere Wendemanöver zur Folge hatte. Als auch der zweite Pfadfinder im Auto zur Karte griff, wurde der Rückstand drastisch reduziert und beide Autos lagen Kopf an Kopf vor der letzten Abbiegung … die beide verpassten. Die Kartengruppe reagierte geistesgegenwärtig und konnte sich so kurz vor dem Ziel an die Spitze setzen.

Wenig später standen alle auf dem Gelände der Kulturherberge Wernershöhe, wo wir die erste Nacht blieben. Man bot uns an, die Nacht im Bettenlager zu schlafen, wenn es uns zu kalt werden würde, was wir natürlich dankend aber bestimmt ablehnten. Da es mittlerweile schon dunkel wurde, mussten wir schnell unsere Kohte aufbauen, Feuer machen und Essen kochen. Die Kohte wurde gemeinsam aufgebaut und an einem Baum befestigt, bevor die Jupfis zum Feuerholz suchen ausschwärmten. Trotz nassem Holz brannte bald ein gemütliches Feuer, auf dem eine Kartoffelsuppe gekocht wurde. Die Regenwolken waren mittlerweile verschwunden und so konnten wir die kalte, sternenklare Nacht bei einer Tasse Tee genießen. Erst als wir uns alle ins Zelt verkrochen hatten, frischte der Wind auf und brachte etwas Regen.

Den nächsten Tag begingen wir mit einem leckeren Frühstück. Anschließend mussten alle Sachen wieder in den Rucksäcken verstaut werden, bevor wir uns auf eine lange Wanderung machten. Die Jupfis sollten mit Kompass und Karte einen Weg Richtung Hildesheim einschlagen und dabei eine Strecke von mindestens 15 km zurücklegen und nebenbei Wegskizzen anfertigen. Diese Aufgaben müssen für das erste Abzeichen, die Bronzelilie, erfüllt werden. Das erste Hindernis nach wenigen Metern war eine Treibjagd, so dass wir wieder umkehren mussten. Dabei verlor eines der Kinder seinen Schlafsack, den wir aber gleich wieder fanden. Wenig später war auf einmal das Kopfkissen weg und ist bis heute verschwunden. Die Trauer hielt sich allerdings in Grenzen. Nach etwa 45 min waren wir wieder am Ausgangspunkt und machten uns, dieses Mal wirklich, in Richtung Hildesheim auf den Weg.

Es war die erste Wanderung, die von den Jupfis mit vollem Gepäck gemacht wurde und so kamen wir nur langsam voran. Das gab uns aber die Gelegenheit, das schöne Wetter zu genießen, denn bis auf einen kurzen Schauer von maximal 10 Minuten, hatten wir fantastisches Wetter! Es gab Brote und Mohrrüben zu Mittag und Krümeltee, der sogar gelegentlich mit Wasser verrührt wurde. Nachdem wir etwa 11 km hinter uns gebracht hatten, mussten wir die Wanderung leider abbrechen, da zwei Kinder nicht mehr weiterlaufen konnten. Zwei hilfsbereite Menschen holten uns ab und fuhren die erste Gruppe zum Bahnhof Hildesheim und die zweite direkt zum Gemeindehaus. Beide Gruppen kamen fast zeitgleich dort an und wir begannen, uns erneut um Kohte, Feuer und ums Kochen zu kümmern.

Ein fünfter Jupfi stieß an diesem Abend hinzu und freute sich mit den anderen zusammen über Reis mit Gemüse und Soße. Dabei wurde die Erkenntnis gewonnen, dass man Reis beim Kochen auf dem Feuer ruhig ab und zu umrühren sollte, wenn man nicht stundenlang den Topf bürsten will… Trotzdem war das Essen lecker und reichlich. Anschließend ließen wir den Tag bei Marshmallows, Tee und Lagerfeuer ausklingen. Gerade als wir alle in unseren Schlafsäcken gekrochen waren, fing es an zu regnen.

Gut ausgeschlafen packten wir alle Sachen zusammen und bauten die Kohte ab. Anschließend gab es noch ein leckeres Frühstück auf der Wiese, bevor wir auch die letzten Beweise unserer Übernachtung aus dem Gemeindehaus entfernten. Mit einem Besuch der Bibelkids endete unser spannendes Wochenende und wird bei allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben.

Gut Pfad,

Dominic

Herrnhuter Losung

Die Losung wird geladen...

Oncken:Partnerprogramm