Rela 2013

Regionslager Nord 2013 in Ganderkesee

Am Mittwoch den 08.05.2013 versammelten sich unsere 5 Jungpfadfinder an der Gemeinde um die Reise zum Regionslager 2013 anzutreten. Die ganze Ausrüstung konnte im Auto transportiert werden, so dass jeder nur sein eigenes Gepäck mit auf die Zugfahrt nehmen musste. Wir wurden netterweise noch beim Bahnhof Karl-Wiechert-Allee abgesetzt, wo unsere Reise ins Abenteuer begann.

Zunächst mussten wir am Hauptbahnhof Hannover in einen Regionalexpress nach Bremen steigen. Dieser war so überfüllt, dass wir verteilt mit unserem Gepäck stehen mussten, bis nach und nach jeder einen Sitzplatz finden konnte. Wer glaubt, dass die Fahrt dadurch entspannter wurde, ist noch nie mit einer Gruppe Jungpfadfinder gereist ;-)

Wir fuhren mit einer Nord-West-Bahn nach Delmenhorst, da hier bereits der private Shuttle-Service wartete. Drei Jupfis wurden mit Gepäck zum Zeltplatz gebracht während die anderen mit einem anderen Zug weiter nach Ganderkesee fahren wollten. Dummerweise war die entsprechende Nord-West-Bahn bereits ziemlich voll. Da auch heutzutage nicht alle Reisende wissen, dass man weiter ins Wageninnere gehen kann und man nicht in der Tür stehen bleiben muss, schloss der Zugführer die Türen vor den verbliebenden vier Menschen auf dem Bahnsteig und empfahl uns, doch einfach den nächsten Zug zu nehmen (Abfahrt eine Stunde später). So wurden auch die restlichen Jupfis vom Bahnhof mit dem Auto abgeholt und zum Lagerplatz gebracht, wo wir uns gleich an den Aufbau der Zelte machten. Nicht nur hier konnten die Jungs ihre gelernten Fähigkeiten unter Beweis stellen. Ein Mitarbeiter schnitt sich beim Essen zubereiten extra tief in den Finger um Raum für Erste Hilfe zu geben.

Am nächsten Tag stand zunächst der Aufbau der Küche auf dem Programm (mehrere Pfadfinderstämme bzw. -siedlungen bildeten zusammen jeweils eine Kochgruppe). Mit diversen Stangen, Brettern und jeder Menge Seil wurde eine überdachte Kochstelle gebaut, auf der zwei kleinere Feuer sowie ein Gaskocher Platz fanden. Anschließend konnte die Umgebung erkundet und andere Pfadfinder kennengelernt werden. Am Abend wurde dann das Lager und die Pfadfinderolympiade (bzw. Pfadfinder-olympischen Spiele) feierlich eröffnet. Das gesamte Lager über wurden verschiedene Leistungen wie Sicherheit des Lagerplatzes, Kochkünste, fachmännischer Zeltaufbau und vieles mehr bewertet.

Freitag stand ganz im Zeichen des „Großen Spiels“. Die Kinder mussten in kleinen Gruppen verschiedene Aufgaben wie Tierspuren und Bäume erkennen, Bundesländer und europäische Staaten nennen und die Bücher des Alten Testaments aufzählen. Auch sportliche Wettkämpfe standen auf dem Programm. Bis zum späten Nachmittag wuselten die Kinder über den gesamten Lagerplatz. Nach dem gemeinsamen Abendessen wurde ein Abend der offenen Jurte eingeläutet. Jede Kochgruppe hatte hierfür etwas vorbereitet und jeder war eingeladen, bei anderen Stämmen vorbeizuschauen und gemeinsam am Feuer zu singen, zu Grillen, Schokofondue zu machen und „Tschai“ zu trinken. Auch der Tschai sollte im Rahmen der Pfadfinder-olympischen Spiele von unabhängigen Testern bewertet werden. Da wir unsere Zutaten jedoch erst sehr spät erhielten, mussten wir uns mit dem Mittagessen aushelfen. Ein Becher Kartoffelsuppe mit einem Teebeutel bekam jedoch nur einen von vierzig Punkten. Ein großes Lob an die Tester, die diesen offensichtlichen Angriff auf die Geschmacksnerven über sich ergehen ließen!

Am nächsten Tag stand der Hajk (eine Wanderung mit Aufgaben) auf dem Plan. Unsere Jupfis wollten tatsächlich den 20 km Hajk machen. Zunächst kamen wir auch gut voran. Unterwegs wurden einzelne Gruppen immer wieder von einem Hund begleitet. Keiner wusste woher er kam und wohin er gehörte. Unsere Jupfis wollten ihn am liebsten einfangen und zurück bringen, aber wir kamen nicht nah genug heran und haben ihn anschließend nicht mehr gesehen. Wir informierten aber telefonisch die Lagerleitung. Mit zunehmender zurückgelegter Wegstrecke sank die Motivation und die Geschwindigkeit der Jungs. Trotzdem wollten wir die letzte Aufgabe vor dem Rückweg noch mitnehmen. Zwei der Jungs spielten mit dem Gedanken abzubrechen und sich abholen zu lassen. Da zog plötzlich ein Sturm auf. Der Wind peitschte uns ins Gesicht und innerhalb von Sekunden waren wir nass bis auf die Haut. Wir brachten uns in einer Bushaltestelle in Sicherheit. Zusätzlich machten wir uns Sorgen um unsere Zelte, da wir aufgrund des fantastischen Wetters die Dächer nicht angebracht haben… Zum Glück war die Lagerleitung erreichbar und einige Pfadfinder machten sich auf, unsere Sachen zu retten. In der Bushaltestelle war in der Zwischenzeit der Gedanke „Ich habe keine Lust mehr und lasse mich abholen“ durch „Wenn ich aufgebe, ist es meine Sache, aber von einem Sturm lasse ich mich nicht unterkriegen“ ersetzt worden. Den Naturgewalten trotzend beendeten wir zusammen den 20 km Hajk und kamen völlig durchnässt aber glücklich bei den trockenen Zelten an. Der Hund wurde übrigens von einer Gruppe mit zum Lager und von dort zum Besitzer gebracht.

Am Sonntag gab es zeitig Frühstück, da alle Zelte und Küchen wieder abgebaut werden mussten. Es gab noch eine große Abschiedsveranstaltung, wo auch die Siegerehrung stattfand. Unsere Kochgruppe erhielt übrigens Beile, weil wir in der Kategorie Sicherheit den zweiten Platz erreicht haben. Anschließend machten wir uns dann mit dem Zug auf den Heimweg und kamen sicher und wohl behütet zu Hause an. Dieses verlängerte Wochenende wird allen beteiligten sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Viele Grüße und Gut Pfad,

Dominic

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